Kalmar/Bergkvara/Åhus

Am 21. Juni 2015 schlafen wir aus und starten nach einem ausgiebigen Frühstück in Richtung Kalmar. Auf der Fahrt passiert nicht wirklich viel. Wir geniessen die Sonnenstrahlen und freuen uns während einer Wolkenzeit auf die nächsten Sonnenstrahlen. Es ist ruhig und die Landschaft wird uns immer vertrauter, so als wenn wir schon in der Lübecker Bucht sind. Wir meinen zwischendurch Küstenähnlichkeiten mit Fehmann oder auch von Mecklenburg-Vorpommern zu erkennen. Darum fasse ich jetzt die folgende Tage in einem Bericht zusammen: Am 22. Juni 2015 bringen wir Lara zum Flughafen von Klamar. Wobei der Begriff Flughafen ziemlich weit her geholt ist. Das Flughafengebäude ist so klein, dass fast jeder Fast-Food-Laden größer zu sein scheint. Auf der Anzeigetafel sehen wir auch die weiteren Flüge, die heute noch von Kalmar starten. Jedes Ziel ist Stockholm – wie abwechslungsreich und interessant 🙂

Beim genauen Hinschauen fällt uns allerdings auf, dass die Anzeigetafel nicht wirklich die Flüge des heutigen Tages anzeigt, denn dann wäre die Anzeige nämlich nur halbvoll – es werden auch schon die Flüge des nächsten vollständigen Tages mit angezeigt – übrigens immer mit dem Ziel Stockholm. Soviel zum turbulenten Flughafen von Kalmar!

Eine Sache ist allerdings noch ganz lustig. Wir möchten die Tasche von Lara schon aufgeben und fragen dazu eine Flughafenmitarbeiterin. Deren erste Frage lautet, wohin denn der Flug geht. Wir sagen Stockholm und fühlten uns bei dem Gedanken an die Abflugtafel schon sehr verschaukelt 🙂

Nachdem Lara abgeflogen ist, fahren Lukas und ich zum Boot und legen auch gleich ab. Wir wollen weiter in Richtung Heimat. Auf dem Wasser ist es nett windig, leider von vorne. Somit liegen wir wundervoll auf der Seite. Leider verlässt uns nach ca. zwei Stunden die Sonne und dafür bringen die Wolken auch schon etwas Regen mit. Sehr schade, aber egal.

Einen fürchterlichen Schrecken bekommen wir, als auf einmal ein Knall ertönt und wir erkennen, dass unser Achterstag gerissen ist. Das Achterstag ist ein Drahtseil, der den Mast nach hinten hält. Wenn dieser weg ist, dann könnte der Mast durchaus ungebremst nach vorne fallen und dann wäre es mit unserer Reise vorbei gewesen. Nach der Schrecksekunde steuern wir das Boot sofort gegen den Wind und versuchen mit einfachen Leinen als Ersatz einen Hilfsstag zu bauen. Danach suchen wir uns den nächstbesten Hafen in der Nähe aus und erkennen, dass es trotzdem noch ca. sechs Meilen sind. Also steuern wir erstmal in Richtung Land, in der Hoffnung, dass dort weniger Welle ist.

Man muss sich unsere Situation mal so vorstellen, dass sich unser Boot mit jeder Welle einmal nach oben neigt (dabei wird der Mast durch das vordere Stag gehalten). Anschließend neigt sich das Boot nach unten und dabei wird der Mast nur durch unser Hilfsstag gehalten. Die Wellen haben eine Höhe von ca. einem Meter. Somit ist das „Einnicken“ des Bootes schon recht deutlich und wir beobachten das sehr nervös. Aber wir kommen nach einer guten Stunde heil (mit stehenden Mast) im Hafen an.

Sofort gehen wir zum Hafenmeister und fragen nach Reparaturmöglichkeiten. Wie schon so oft in diesem Blog erwähnt ist die skandinavische Bevölkerung sehr hilfsbereit – so auch dieser Hafenmeister. Am nächsten Morgen kommt ein Bootsbauer zu uns. Wir zeigen ihm unser Problem, denn nur zur Erklärung, es ist nicht das Drahtseil gerissen, sondern die Befestigung einer Umlenkrolle. Wir brauchen als nur diese Umlenkrolle neu und alles ist gut für uns. Allerdings hat der Bootsbauer eine solche Rolle nicht neu für uns und somit bietet er an, dieses Teil zu schweißen. Uns ist zwar bei dem Gedanken nicht wohl dabei, aber besser als gar nichts.

Mit der geschweißten Umlenkrolle machen wir uns am 23. Juni 2015 um 10:00 Uhr weiter in Richtung Süden. Aus Sorge um deren Haltbarkeit haben wir zur Sicherheit unsere Hilfskonstruktion verbessert und weiterhin in „Betrieb“ gelassen. Unser Ziel ist der Hafen Ahus (Schweden). Das Segeln macht Spaß, bis uns nach ca. drei bis vier Stunden wieder das Achterstag reisst 🙁 Aufgrund unserer Hilfskonstruktion war es diesmal mehr Routine, aber wir hatten trotzdem immer noch kein gutes Gefühl.

Am 24. Juni 2015 kommen wir morgens um 3:00 Uhr im Hafen von Ahus an. Wir schlafen und starten Mittags in Richtung Ystag. Auch diese Fahrt ist ansonsten ereignislos. Wir freuen uns, dass es in Ystad einen Bootsausrüster gibt, bei dem wir endlich unser „richtiges“ Ersatzteil erhalten können. Dort kommen wir in der Nacht gegen ca. 23:00 Uhr an. Also, noch eine „Kleinigkeit“ essen und ab in die Koje.

Am 25. Juni 2015  gehen wir nach dem Frühstück zum Bootsausrüster und erhalten unser ersehntes Ersatzteil. Zurück an Bord bauen wir es ein, checken das Wetter und entscheiden, dass wir erst abends in Richtung Heimat aufbrechen, da aktuell noch zuviel Welle von vorne ist. Um 20:00 Uhr ist es soweit. Die Leinen los und Kurs in Richtung Heimat! Die Nacht ist angenehm, doch gegen Morgen flaut es ab. Windgeschwindigkeiten von ca. einer Windstärke schafft es noch nicht einmal, dass es kleinste Wellen auf dem Wasser gibt. Das bedeutet für uns zum Schluss eine Motorfahrt. Abends gegen 18:30 Uhr steuern wir auf den Hafen Heiligenhafen zu und am Steg nimmt uns Carsten die Leinen entgegen. Nach 2.850 Meilen (ca. 5.130 km) geht unsere Reise jetzt zu Ende.

Bis dahin Tschüss und bis bald

Lukas und Harald

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2 Gedanken zu „Kalmar/Bergkvara/Åhus

  1. Wie schade, was werde ich diesen Blog vermissen! Schön aber auch, dass Ihr heile zurück seid und ich Euch bald wieder in die Arme schließen kann.
    LG
    Trixi

  2. Schön, dass ihr sicher wieder zu Hause angekommen seid.

    Die letzten Tage euerer Reise waren ja doch noch ganz schön lustig und auch aufregend. Als ich euren Bericht über den Flughafen von Kalmar gelesen habe, habe ich mich vor Lachen kaum halten können. Vor Allem als ihr nach dem Flugziel gefragt wurdet 🙂

    Und das mit dem Achtersteg hätte zum Ende der Reise doch nun wirklich nicht mehr passieren müssen. Das braucht doch kein Mensch. Aber nun gut. Ihr habt wieder viel Glück gehabt und die Situation bravorös gemeistert.

    Euch noch alles Gute und hoffentlich bis bald.

    Gruß
    Artur

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