Marienhamn

Am 10. Juni 2015 starten Lukas und ich wieder nachmittags in Richtung Marienhamn. Wir entscheiden uns wieder für eine Nachtfahrt, da die Strecke so lang ist, dass wir diese eh nicht vollständig tagsüber schaffen werden. Am Anfang ist die Windaktivität bei Null. Ohne Motor würden wir nur im Wasser treiben können; aber egal, denn durch die paar Inseln aus Gävle raus ist es teilweise sehr eng und bei der Schifffahrt nicht ganz ohne. Draußen auf der Ostsee angekommen müssen wir nur noch ca. eine halbe Stunde warten und dann kommt der angekündigte Wind. Leichte Brise aus Nordwest schiebt uns auf nette Art und Weise in Richtung Åland-Inseln. Die Nacht ist wunderbar, denn wir haben wieder einen tollen Sonnenuntergang und durch die Schifffahrt auch sehr nette Abwechslung während der Zeit am Steuer. Unsere Aufteilung ist die bereits bestens bewährte: Es wird im Zwei-Stundentakt gewechselt. Somit hat jeder sein kleines persönliches Abenteuer, denn Lukas steuert nachts durch die sehr enge Schifffahrtsstrasse zwischen Schweden und den Ålands und ich steuere morgens die schmale Stelle kurz vor Mariehamn durch die Schären. Es macht einfach nur gute Laune!!

Mariehamn beeindruckt uns in erster Line mit etwas, wofür die Stadt gar nichts kann: mit dem tollen Wetter! Wir haben die Sonne satt von oben. Es ist das erste Mal, dass wir kurze Hosen anziehen können und auch nur mit einem T-Shirt bekleidet nicht frieren müssen. Endlich Sommer 🙂

Den ersten Tag verbringen wir mit Schlaf von der Nacht Nachholen, die „Pommern“ besichtigen und anschließend einen Bummel durch die Stadt. Die Pommern ist eine Viermastbark (P-liner), von der es weltweit nur noch vier Stück gibt. Eine liegt hier in Marienhamn, eine in New York (mit dem Namen Peking) und eine in Travemünde (mit dem Namen Passat) und alle drei sind heute jeweils ein Museumsschiff. U nd dann gibt es die Padua, die unter russischer Flagge noch im Einsatz ist. Da wir die Passat in Travemünde schon besichtigt haben und etliche Male vorbeigefahren sind, da ist doch klar, dass wir die Pommern auch besichtigen müssen, oder?

Der nächste Tag ist da schon „anspruchsvoller“: Wir fahren mit dem Bus zur nächsten kleinen Inselfähre und nutzen diese als „Kreuzfahrtschiff“ über die Åland-Inseln. Unseren ursprünglichen Gedanken, dass wir einfach zwischendurch aussteigen, die Insel erkunden und mit der nächsten Fähre weiter- oder auch zurückfahren, verwerfen wir ganz schnell, nachdem wir den ersten Fahrhafen nach Mariehamn sehen. Mitten in der Pampa ist eine Betonrampe, da legt die Fähre an und das war es auch schon. Unsere Idee, die Insel zu erkunden, würde an dieser Stelle an dem Fortbewegungsmitteln scheitern und nur zu Fuß möchten wir auch nicht losgehen, denn dafür sind die angesteuerten Inseln dann doch zu groß. Somit bleiben wir auf der Fähre und geniessen auf dem „VIP-Oberdeck“ 🙂 den Blick über die Inseln.

Da wir ja nun seit fast drei Monaten selber mit dem Boot unterwegs sind, fällt Lukas und mir besonders die Fahrweise den Fährschiffskapitän auf. Mit ungebremster Geschwindigkeit eine 90-Grad-Kurve auf engstem Raum zu fahren scheint für ihn normal zu sein. Für uns auf dem „VIP-Oberdeck“ ergab diese Schräglage doch ein bisher unbekanntes Gefühl. Nachdem wir uns darauf eingestellt und auch daran gewöhnt hatten, war es wirklich lustig 🙂 Nach fünf Stunden war unsere Kreuzfahrt zu Ende. Es war eine tolle Fahrt! Der Unterhaltungswert auf dem Schiff war gleich Null, aber was will man bei einem Fahrpreis von Null Euro auch erwarten. Aufgrund der „günstigen“ Fahrpreise haben wir uns in dem Bordrestaurant auch nicht zu fragen getraut, ob der Hamburger All-inclusive ist 🙂

Abends sind wir gegen 19:00 Uhr (finnischer Zeit, also plus eine Stunde nach deutscher Zeit) wieder in Mariehamn zurück und lassen den Abend an der Hafenpizzeria, draussen neben der Kaimole gemütlich ausklingen. Ich glaube, das nennt man Urlaub und nach den zwei SEHR kalten Monaten zuvor haben wir diesen Genuss auch verdient, oder?

Morgen starten wir in die Stockholmer Schären.

Bis bald

Tschüss

Harald

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3 Gedanken zu „Marienhamn

  1. Hallo Ihr zwei,
    die Sonne habt Ihr voll und ganz verdient! Wunderbar, dass doch noch so etwas wie Sommer für Euch aufkommt.
    LG
    Trixi

  2. Schön, dass der Sommer bei euch auch langsam ankommt. Es fällt auch auf, dass im Hafen mehr Boote vor Anker liegen, je südlicher ihr kommt.

    Euch noch eine schöne Weiterreise mit bestem Segelwetter.

    Gruß
    Artur

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